Sonntag, 19. November 2017
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"Das habe ich wirklich nicht erwartet"


Bericht aus dem Landshuter Wochenblatt - von Alexander Schmid:

Peter Dreier - so heißt ab 1. Mai der neue Landrat im Landkreis Landshut
Landshut. Gleich nach der Schließung der Wahllokale, am Sonntag um 18 Uhr, gingen die meisten noch davon aus, dass es eine Stichwahl im Rennen um die Nachfolge von Josef Eppeneder als Landrat geben würde. Der scheidende Landrat glaubte selbst fest daran - und wurde schon bald eine Besseren belehrt. Stunde um Stunde baute Dreier seinen Vorsprung zum CSU-Konkurrenten Daniel Sporer und den anderen fünf Kandidaten aus. Am Ende hatte er mit 52,14 Prozent der Wählerstimmen die absolute Mehrheit vor Sporer mit 33,87 Prozent. "Das hatte ich so nicht erwartet", so ein perplexer Dreier, als das Wahlergebnis feststand. 


Bereits eine Stunde bevor alle Wahllokale ausgezählt waren, ahnte Sporer den Ausgang der Wahl. "Die Sache ist gelaufen. Uns ist der Süden des Landkreises weggebrochen", erklärte der CSU-Mann, der für die Kandidatur den Bürgermeisterposten in Wörth riskiert und jetzt verloren hat. Noch vor Ende der Auszählungen gratulierte Sporer seinem Konkurrenten und verließ das Wahllokal.
"Ich hatte mich darauf eingestellt, dass wir uns in 14 Tagen hier wieder sehen. Ich bin richtig erleichtert, dass es gleich im ersten Wahlgang geklappt hat", so Dreier, als das Ergebnis feststand. Sichtlich erleichtert war allerdings nicht nur der noch amtierende Bürgermeister von Hohenthann selbst, sondern auch seine Familie und sein Wahlkampfteam, die mit ihm im Sitzungssaal des Landratsamtes fieberten.
"Der Landkreis Landshut ist jetzt ganz klar eine Hochburg der Freien Wähler", sagte der scheidenede Landrat Eppeneder zum Wochenblatt. Dreier habe eine ausgezeichnete Figur gemacht. "Er hatte einen sehr gut organisierten Wahlkampf. Zugute kam ihm natürlich auch, dass er durch sein Amt als Bürgermeistersprecher einen hohen Bekanntsheitsgrad hatte", so Eppeneder. Die CSU im Landkreis, so der scheidende Landrat, brauche jetzt einen "totalen Neuanfang". Das habe man ja auch in den Kommunen gesehen.
"Die CSU muss nach- und umdenken", so Eppeneder. Er ist jetzt noch bis zum 30.April im Amt, dann wird Dreier auf dem Chef-Sessel im Landratsamt Platz nehmen.