Montag, 25. September 2017
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Peter Dreier will "das Ganze im Blick haben"


Bericht aus der Landshuter/ Vilsbiburger Zeitung - vom 03.05.14 - von Horst Müller:

Der neue Landrat macht sich mit Tatkraft und in Demut an die Arbeit - Neuerungen geplant

Seit Mittwoch hat er die Schlüsselgewalt über das Landratsamt und seit Freitag auch die "Amtsgewalt". Und gewaltig war auch das Arbeitspensum, das Peter Dreier gestern an seinem ersten Arbeitstag als neuer Landrat zu bewältigen hatte. Um 8 Uhr absolvierte er den ersten Fototermin, damit auch der Internetauftritt des Landkreises ein neues Gesicht bekommt. Gespräche mit leitenden Mitarbeitern der Verwaltung schlossen sich an. Außerdem setzte Dreier seine Unterschrift unter die Tagesordnung für die konstituierende Kreistagssitzung und legte die Themen für die erste Fraktionsführerbesprechung am Montag fest. Nicht zuletzt hieß er zu sienem Dienstantritt alle Bediensteten der Behörde per E-Mail willkommen.

 "Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ich möchte Sie zu meinem Dienstantritt an meinem ersten Arbeitstag im Landratsamt Landshut recht herzlich begrüßen und freue michauf eine erfolgreiche Zusammenarbeit für unseren liebens- und lebenswerten Landkreis Landshut", hieß es im Rundschreiben Dreiers, der sich in den nächsten Tagen noch persönlich vorstellen wolle und "ein schönes und erholsames Wochenende" wünschte. 
Für ihn selbst wird das Wochenende nicht ganz so erholsam werden, zumal das neue Amt seinen Mann bereits gefordert hat, als er noch gar nicht im Amt war: Am Montag bestritt er bereits seinen Amtsantritt im Kreise seiner niederbayerischen Landratskollegen. Am Dienstag verabschiedete er sich als Bürgermeistersprecher von den Rathauschefs im Landkreis. Am Mittwoch übergab ihm sein Vorgänger Josef Eppeneder die Dienstschlüssel fürs Landratsamt, bevor ihm daheim in Hohenthann ein großer Bahnhof bereitet wurde (siehe weiterer Bericht in der heutigen Ausgabe). Seinen ersten offizellen Termin in neuer Funktion nahm er am Donnerstag in Bodenkirchen wahr, wo er sich gleich am ersten Tag  seiner Amtszeit anlässlich der Weihe eines neuen Feuerwehrfahrzeugs ins Goldene Buch der Gemeinde eintragen durfte. 
Bei dieser Fülle  von Verpflichtungen, die der fließende Übergang vom Amt des Hohenthanner Bürgermeister zum neuen Landrat mit sich brachte, habe er selbst noch gar keine Zeit gehabt, darüber nachzudenken, was alles war und was jetzt auf ihn zukommen wird. Auf der einen Seite stelle sich bei ihm Wehmut ein nach "zwölf wunderschönen Jahren" , in denen in seiner Heimatgemeinde "gemeinsam sehr viel bewegt" worden sei und rund 37 Millionen Euro in den Ausbau der gemeindlichen Infrastruktur investiert und gleichzeitig auch auch die Schulden verringert wurden. Auf der anderen Seite freue er sich aber schon unwahrscheinlich auf seine neue Aufgabe, der er sich mit ganzem Einsatz, aber auch in großer Demut stellen wolle. Denn dass er in Zukunft den Landkreis gestalten dürfe, "sehe ich als große Ehre und als großes Geschenk an und auch als Herausforderung, auf keinen Fall die Bodenhaftung zu verlieren." 
Während seiner Zeit als Gemeindeoberhaupt von Hohenthann habe er sich vor allem von zwei Maximen leiten lassen, die auch seine Tätigkeiten als Landrat bestimmen sollen. Zum einen habe er immer wieder die Erfahrung gemacht, dass sich bislang jedes Problem lösen ließ, "wenn man sich in die Lage seines Gegenübers hineinversetzt und mit einr positiven, freundlichen und ehrlichen Einstellung auf Bürger, Mitarbeiter oder Verhandlungspartner zugeht". Daraus habe er immer wieder Kraft und Energie für neue Aufgaben geschöpft, aber auch den Mut, Flagge zu zeigen, wenn es einmal Enttäuschungen gab. Zum zweiten wolle er "immer das Ganze im Blick haben". Bei allem Verständnis für berechtigte Einzelinteressen müsse man sich vor Bezugsfällen hüten und stets das Gemeinwohl in den Vordergrund stellen. 
In den ersten Wochen seiner Amtszeit werde er nicht nur zahlreiche Amtsantritte, sondern sich auch "schnell ins Tagesgschäft einarbeiten" und darüber hinaus "seine" Themen und Projekte in Angriff nehmen. Deshalb wolle er schon in der kommenden Woche mit Landshuts Oberbürgermeister Hans Rampf eine gemeinsame Marschrichtung in Sachen medizinischer Versorgung, Verkehrskonzept, Regionalmanagement und Berufsschulzweckverband ausloten. Denn in Bezug auf das mitunter angespannte Verhältnis zwischen Stadt und Landkreis steht für ihn fest:
"Die Zusammenarbeit muss wachsen, gegenseitiges Vertrauen muss aufgebaut werden."
Auch im eigenen Zuständigkeitsbereich schweben dem Neuen etliche Neuerung vor, die er jedoch keinesfalls im Hauruckverfahren, sondern erst nach eingehender Beratung mit dden Praktikern aus der Verwaltung umsetzen wolle. So sollen die vordringlichen Zukunftsaugaben des Landkreises in einem eigenen Ausschuss für Wirtschaft, Energie und Regionalmanagement erörtert werden, dem auch Kompetenzen des Kreistagsausschusses übertragen werden sollen und dem seitens der Fraktionen schon "großes Interesse" entgegengebracht worden sei. Damit das Gremium effizienter arbeiten kann, will Dreier auch in der Verwaltung die entsprechenden Zuständigkeiten bündeln und verlagern. In diesem Zusammenhang will er auch den Tourismus im Landkreis beleben und die Öffentlichkeitsarbeit ausbauen. 
Von der geplanten Zusammenlegung der Ausschüsse Hoch- und Tiefbau zu einem gemeinsam regelmäßig tagendem "Bauausschuss" verspricht sich Dreier vor allem Synergieeffekte. Keinesfalls sei die anstehende Ausschussfusion als Ansage zu verstehen, dass nun die Zeit der großen Bauprojekte im Landkreis vorbei sei, stellte Dreier klar. 
Auf Kontinuität setzt der neue Amtsinhaber dagegen bei der Anzahl und Aufteilung der stellvertretenden Landräte. So sollen wie bisher der Landrat und sein erster Stellvertreter der selben Partei angehören, wobei dem Vernehmen nach Essenbachs  bisheriger Bürgermeister Fritz Wittmann (FW) als aussichtsreichster Anwärter auf diesen Posten gilt. Während für die SPD wieder Christel Engelhard als Vizelandrätin antreten wird, will die CSU ihre beiden Stellvertreterposteen mit jeweils einem Fraktionsmitglied aus dem nördlichen und dem südlichen Landkreis besetzen. 
Wo der Landkreis Landshut am Ende seiner (ersten) Amtszeit im Jahr 2020 stehen soll, beantwortet Peter Dreier mit klaren Zielvorstellungen: Im medizinischen Bereichen soll "eine Zusammenarbeit wie auch immer mit dem Klinikum" Realität sein, wobei die Landkreiskrankenhäuser in kommunaler Hans und wirtschaftlich erfolgreich bleiben. Außerdem sollen in sechs Jahren die Verkehrsprobleme in der Region gelöst sein. Nicht zuletzt soll der Landkreis LAndshut wirtschaftlich so erfolgreich bleiben, dass er bei einheimischen und neu zuziehende Bürger und Firmen gleichermaßen begehrt ist. Dreier: "Ich wünsche mir, dass die Menschen sagen: Das ist ein Landkreis, da möchte ich gerne leben und arbeiten."